Schützt Luchi! - Artenschützer werben für Salamander-Projekt

Feuersalamander gibt es nicht nur als Aushängeschild auf dem Salamander-Areal der IMMOVATION-Unternehmensgruppe in Kornwestheim, sondern vor allem quicklebendig in freier Wildbahn. „Lurchi“ ist ein friedfertiger Zeitgenosse mit nur wenigen natürlichen Fressfeinden. Doch trotzdem ist seine Spezies vom Aussterben bedroht. Tierschützer haben ein Projekt ins Leben gerufen, um die schwarz-gelben Salamander zu schützen.

In Hessen – und natürlich auch in allen anderen Bundesländern – gibt es zahlreiche bedrohte Tiere und Pflanzen, unter anderem den Feuersalamander. Diese Tatsache haben die freundlichen Tiere dem Menschen zu verdanken, der in der Vergangenheit asiatische Salamander für den Verkauf an Heimtierhalter importiert hat. Einige der Exemplare sind in die freie Wildbahn entwischt und sorgen seitdem dafür, dass sich ein aggressiver Hautpilz verbreitet, der ausgerechnet dem Feuersalamander gefährlich wird. Der Hessische Artenschutzbeauftragte Christian Geske und seine Kollegen betreuen von Gießen aus bedrohte Arten und versuchen nun, mit Hilfe eines Kartierungsprojekts „Lurchi“ zu schützen.

Nur eine Frage der Zeit

Der Pilz, der in den Niederlanden und Belgien bereits komplette Populationen ausgelöscht hat, rückt von dort nun nach Südosten vor. Irgendwann wird er auch den Rheingau-Taunus-Kreis erreichen. „Es ist nur eine Frage der Zeit“, wie Geske sagt. Deshalb haben er und die Kollegen ein Kartierungsprojekt ins Leben gerufen, durch das festgestellt werden soll, wo die Feuersalamander gesichtet werden. Die Artenschützer erhoffen sich auf diese Weise mehr über diese Spezies zu erfahren.

Hilfe aus der Bevölkerung ist dringend notwendig!

Dieses Vorhaben können die Artenschützer allerdings nicht alleine bewältigen. Die Bewohner des Rheingau-Taunus-Kreises ruft er daher dazu auf, seine Behörde zu benachrichtigen, wo sie einen Feuersalamander gesichtet haben. „Nur was wir kennen, können wir auch schützen“, sagt Geske. Eine professionelle Kartierung sei sehr schwierig, weshalb man auf die Unterstützung der Bürger angewiesen sei. Auf einer Internetplattform und auch ganz bequem per App „Feuersalamander in Hessen melden“, können Fundorte angezeigt werden. Aufmerksamkeit ist gefragt! Ob beim Spaziergang durch den Wald oder auch im eigenen Garten – Lurchi kann überall sein. Auch die Halter der asiatischen Salamander können ihren Beitrag zum Tierschutz leisten, indem sie Wasser oder andere Materialien aus den Terrarien ihrer Salamander nicht in der Natur entsorgen. Man habe sogar schon überlegt, einige Feuersalamander in Zoos zu holen, um die Art zu schützen. „Wir haben hier in Hessen“, betont Christian Geske, „mit den vielen Waldflächen weltweit eine ganz besondere Verantwortung für diese Art“.

Mehr Informationen zum Artenschutzprojekt finden Sie hier.

Quelle: www.wiesbadener-kurier.de

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