Lurchis natürliche "Verwandte"

Lurchi ist Lurch des Jahres 2016

Das ist uns natürlich einen Beitrag wert: Der Feuersalamander ist zum "Lurch des Jahres 2016" gewählt worden. Das natürliche Pendant Lurchis ist eine der auffälligsten und in Europa weit verbreiteten Amphibienarten.

Der Feuersalamander, ganz genau gesagt der “Salamandra salamandra” ist in deutschen Mittelgebirgen zuhause, die wenig vom Menschen verändert wurden. Wo es feucht und schattig ist, fühlt er sich wohl. Die nachtaktive Amphibie lebt an und in kühlen Quellbächen, Quelltümpeln und quellwassergespeisten kleinen Gewässern. Kein Wunder, denn der Salamander ist zur Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Damit der Feuersalamander auch in Zukunft als Teil unserer Tierwelt erhalten bleibt, müssen Bach- und Waldlebensräume mit diesen speziellen Lebensbedingungen konsequent erhalten und geschützt werden, mahnt Dr. Axel Kwet, Präsidiumsmitglied der DGHT*.

Woher kommt der Name?

Wieso heißt unser Lurchi eigentlich Feuersalamander? Diese Bezeichnung geht auf einen alten (und schrecklichen) Aberglauben zurück: Man glaubte, dass der Salamander Feuer überleben und sein giftiges Hautsekret die Glut löschen würde. Schon die alten Römer hatten davor gewarnt, dass der Feuersalamander mit seinem Gift „ganze Völker vernichten“ könne, und noch im Mittelalter unterstellte man ihm eine abnorme Giftigkeit: In den Brunnen gefallene Tiere sollten das Wasser vergiften, „der bloße Hauch seines Atems Menschen töten“.

Ist Lurchi gefährlich?

Die hiesigen Arten werden mit 14–18 cm ungefähr handgroß. Das auffälligste an ihnen ist natürlich das intensive, schwarz-gelbe Rückenmuster. Es schützt Lurchi vor allem vor Fressfeinden, denn es signalisiert: Achtung gefährlich! Und tatsächlich sondern Feuersalamander aus ihren kräftigen Ohrdrüsen und vielen Rückendrüsen ein Hautgift ab, das für Feinde beim Verschlucken sogar tödlich wirken kann. Die Lurche selbst schützt diese Substanz übrigens vor Infektionen. Für Menschen ist das Gift eher harmlos. Ein direkter Kontakt mit den Augen und Schleimhäuten sollte dennoch vermieden werden.

Ist Lurchi gefährdet?

Der Feuersalamander gilt derzeit bundesweit als ungefährdet. Dennoch ist er - wie alle einheimischen Amphibien - besonders geschützt, denn er zählt zu den „Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands“. Das sind Arten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung hat, weil sie nur hier vorkommen oder weil ein hoher Anteil der Weltpopulation hier vorkommt.“ Trotzdem: In den Roten Listen einiger Bundesländer wird der Feuersalamander als gefährdet eingestuft, weil er vielerorts einen rückläufigen Bestandstrend zeigt. Der Grund ist die Gefährdung seiner Lebensräume zum Beispiel durch intensive forstliche Nutzung, durch Straßenbau und zunehmenden Freizeitverkehr auf Waldwegen.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Bedrohung: Eine seltene Pilzerkrankung! Der Hautpilz wurde vermutlich mit dem Tierhandel aus Asien eingeschleppt. In den Niederlanden und in Belgien kam es mehrfach zu Ausbrüchen der Pilzerkrankungen. Auch in Deutschland ist der Erreger bereits in Terrarien aufgetaucht. Experten sehen in dem Pilz auch eine Gefahr für die freilebenden Salamander in Deutschland.

*Reptil/Lurch des Jahres

Im Jahre 1980 hat die damalige Kanzlergattin Loki Schmidt erstmals die Blume des Jahres vorgestellt. Daraus ist mittlerweile eine gute und allseits beliebte Tradition geworden. Seither werden regelmäßig beliebte Exemplare der Flora und Fauna wie der Vogel, die Spinne oder der Fisch des Jahres gekürt. Reptil/Lurch des Jahres ist eine Aktion, die von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT) 2006 ins Leben gerufen wurde und die maßgeblich von der DGHT-AG „Feldherpetologie und Artenschutz“ getragen wird.

Mit der Ernennung zum Lurch des Jahres soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Schutz der Arten und der Natur gelenkt werden. Fachlich unterstützt wird sie von den entsprechenden österreichischen und schweizerischen Fachverbänden (ÖGH und KARCH), dem Naturhistorischen Museum in Luxemburg sowie in Deutschland von NABU und BUND.

[jpb immovation] Bild: By Donaldtownsend (Own work) via Wikimedia Commons